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Panama Info
Nr. 67 Dezember
1999
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| Ilse
Aichinger |
Michael
Krüger
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| Nachruf |
Der
Bettler befiehlt
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Gib
mir den Mantel, Martin,
aber geh erst vom Sattel
uns lass dein Schwert, wo es ist,
gib mir den ganzen. |
Vier
Zeilen, einundzwanzig anspruchslose Worte, die wir mehr oder weniger
täglich im Munde führen, und doch bilden sie ein abgrundtiefes,
grundstürzendes Gedicht. Die Legende, die Ilse Aichinger hier
mit mini- malistischen Mitteln neu schreibt, ist von vielen Darstellungen
her |
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| bekannt,
von der Romantik bis zu Simone Martini in Assissi. Martin von Tours, der
spätere Heilige und Schutzpatron des merowingisch-fränkischen
Reiches, soll als Soldat vor den Stadttoren von Amiens seinen Mantel , die
"cappa", mit einem frierenden Bettler geteilt haben, indem er,
hoch zu Ross, das ihn umhüllende Tuch in zwei Teile teilte. Ein Heiliger
ist man nur, wie bekannt, in den Augen anderer, und das Erwähltsein
durch Gott bedarf der Zustimmung der Menschen. Man wird wegen guter Taten
heilig gesprochen. |
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Relief an der Bassenheimer Pfarrkirche
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Bei
Ilse Aichinger, der großen Dichterin kleiner Gedichte, wird
die gute Tat durch eine entscheidende Drehung der Perspektive in ein
anderes Licht gerückt. Bei ihr ist Martin bereits an dem frierenden
Bettler vorbeigeritten, ohne diesen halbnackten Burschen in seinem
Elend zu bemerken - wie man es besonders prägnant am Sandtsteinrelief
des Naumburger Meisters in der Bassenheimer Pfarrkirche sehen kann.
Ein Soldat hat keine Zeit für einen Bettler, wenn er auf dem
Weg zum Feind ist. Der Bettler musste also Martin nachrufen, wie es
im Titel des Gedichts heißt. Wir stellen uns vor, der Bettler
habe eine kräftige Stimme gehabt, denn immerhin beschließt
Martin, dem armen Mann einen Teil seines Mantels mit dem Schwert abzutrennen.
Aber im Begriff, dies zu tun, muss er sich von unten drei Ungeheuerlich-keiten
sagen lassen: Steig von deinem Pferd ab, wenn du mit mir reden willst;
lass das Schwert, das |
Zeichen deiner Macht,
in der Scheide; gib mir den ganzen Mantel gegen die Kälte, du hast
zu Hause genug andere hängen! (hätte Martin auch noch die Gans
bei sich gehabt, neben dem Mantel sein zweites Attribut, hätte der
Bettler auch diese für sich gefordert, selbst wenn dadurch das Gedicht
länger geworden wäre).
Die Forderung des Bettlers, wie sie Ilse Aichinger formuliert, stellt das
System des modernen Mitleids auf den Kopf. Der Zerlumpte will keine Almosen,
nicht den Groschen, den man im Vorübergehen achtlos oder ein wenig
peinlich berührt in den umgedrehten Hut wirft, froh, ohne großes
Nachdenken eine gute Tat vollbracht zu haben. Und während man, seelisch-moralisch
ein wenig gestärkt, gerade die Tür des Restaurants öffnen
will, in Vorfreude auf einen Braten und eine Flasche Wein, hört man
den Nachruf des Bettlers.
Ilse Aichingers Gedicht ist eine poetische Kalendergeschichte im Geiste
Hebels. Es fiel mir wieder ein, als ich in diesen Tagen im Fernsehen das
zerlumpte, frierende Volk der Kosovaren im Schlamm an der Grenze versinken
sah. Steigt aus euren Geländewagen, ihr modernen Ritter, lasst die
Bomben stecken und gebt den Frierenden einen Mantel, wollte ich rufen, aber
in dem Moment waren die Nachrichten schon wieder vorbei. Das Wetter. (FAZ,
"Frankfurter Anthologie", 7. August 1999) |
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M.
Krüger beschreibt eine Situation, in der sich unsere Politiker, aber
auch wir selbst uns immer wieder befinden. Der Bundesfinanzminister muss
sparen, und da kommt auch das Ministerium nicht ungeschoren davon, das für
die Hilfe an die Entwicklungsländer zuständig ist. Auch in den
Jahren 2001 und 2002 soll der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit gekürzt werden. Nun mag man einwenden, dass nur ein
finanziell gesunder Staat auf Dauer in der Lage ist, anderen Ländern
Hilfe zu gewähren. Aber sind die Kürzungen gerechtfertigt angesichts
der enormen Armut in den südlichen Ländern? Wie kann man sie den
Menschen in den Entwicklungsländern erklären, die unseren Lebensstandard
kennen?
Von der deutschen Bevölkerung wird immer wieder gesagt, dass sie spendenfreudig
sei. Trifft das auf die meisten Menschen zu, die über ein gutes Einkommen
verfügen? Was heißt hier spendenfreudig?
"Eure Almosen könnt ihr behalten, wenn ihr gerechte Preise
bezahlt". Das steht auf einem |
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Plakat,
das für den Kauf von Waren aus dem "fairen Handel"
wirbt. - Vor gut einem Jahr fingen die Rohkaffeepreise an der Börse
an zu purzeln - bis auf 2.30 DM pro Pfund. Zur gleichen Zeit entbrannte
in den deutschen Supermärkten ein Preiskampf, der bis heute anhält.
Zu Dumping-Preisen wird der Kaffee angeboten - teilweise unter 5.-
DM das Pfund. Der niedrige Weltmarktpreis ist für uns vorteilhaft.
Gerade für die kleinen Kaffeebauern in Lateinamerika, Asien und
Afrika ist er eine Katastrophe. Der "faire Handel" garantiert
den Bauern einen Mindestpreis von 3.10 DM das Pfund. Das sind mehr
als 30% über dem Weltmarktpreis. Mit diesen Erlösen können
die Bauern zurechtkommen. Ihre Genossenschaften können damit
sogar noch Schulungen durchführen, Sozialeinrichtungen unterhalten
und auch noch Versuche mit dem Anbau anderer landwirtschaftlicher
Produkte durchführen, für die ein besserer Markt besteht. |
7.5 Mio Päckchen
Transfair-Kaffee wurden im letzten Jahr in Deutschland verkauft. Das entspricht
aber nur einem Marktanteil von einem Prozent. In der Schweiz ist der Marktanteil
mehr als dreimal so hoch.
Die Menschen bei uns schielen mehr auf den nackten Preis als in der Schweiz
und in Holland. Sie sagen oft zur Entschuldigung dafür, dass sie den
Kaffee nicht kaufen: "Der Kaffee schmeckt mir nicht". Wer die
verschiedenen "fair gehandelten" Kaffeesorten einmal probiert
hat, weiß, dass sie ein ausgezeichnetes Aroma haben und sehr bekömmlich
sind. |
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Die
Bundesregierung unterstützt unsere Projektarbeit
Ende Oktober hat uns
das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Bonn
darüber informiert, dass unser Erstantrag auf Förderung eines
Projekts in Panama bewilligt worden ist. Von den rd. 75.000.- DM der Kosten
für 5 Trinkwasserleitungen und eine Hängebrücke werden
vom Ministerium rd. 56.000.- DM übernommen. Unseren Eigenanteil können
wir nur bezahlen, weil wir Spenden von vielen hundert Familien erhalten
haben, die unsere Arbeit unterstützen, und für die wir uns am
Ende dieses Jahres herzlich bedanken möchten. In der Förderung
unseres Projekts sehen wir eine Anerkennung unserer zwanzigjährigen
Tätigkeit. Sie drückt auch Vertrauen in unsere Projektarbeit
aus.
Es war ein mühsamer Weg, sich in die umfangreichen Vorschriften einzuarbeiten.
Aber es hat sich gelohnt. Die Finanzmittel können zu Beginn des neuen
Jahres eingesetzt werden, wenn der Kooperationsvertrag von unserem Partner
CEPAS unterschrieben worden ist.
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Panama
nach den Wahlen
Am 1. September hat
Mireya Moscoso als erste Präsidentin in der Geschichte Panamas ihr
politisches Amt übernommen. Die auf sie gesetzten Hoffnungen sind
sehr groß, nachdem die alte Regierung der PRD noch einmal ihre Muskeln
hatte spielen lassen. Mal wurden Hiebe zur einen Seite, mal zur anderen
Seite verteilt. Auch nach der Wahl des neuen Staatsoberhauptes verabschiedete
die alte Regierung noch eilig Gesetze und Dekrete. Schnell wurden noch
Bauwerke eingeweiht, die noch gar nicht fertig waren. Bestimmten Personen,
gegen die ein gerichtliches Verfahren lief, wurde Straffreiheit gewährt,
sogar solchen, die wegen Mordes und Folter verurteilt wurden. Um diese
"Amnestie" durchsetzen zu können, schuf die alte Regierung
unmittelbar vor ihrer Ablösung zum Entsetzen der Öffentlichkeit
eine eigene Gerichtsinstanz (Sala V), die von der neuen Regierung als
unrechtmäßig bezeichnet wurde. Deshalb unternahm sie gleich
nach ihrem Amtsantritt gesetzliche Schritte zur Aufhebung der neuen Gerichtsinstanz
und der Amnestieurteile. Was dann geschah, kann man nur als Farce bezeichnen.
Die von der alten Regierung eingesetzten Richter hoben den Beschluss zur
Auflösung der SALA V auf! So haben die Panameer jetzt eine Verfassungskrise.
Die Diskussion um eine neue Verfassung erhält damit neuen Auftrieb.
Die Hoffnung, dass sich die Politik mit der neuen Regierung entscheidend
ändern könnte, will sich nur schwer einstellen. Die Politik
ist (nicht nur in Panama) immer auch ein Geschäft gewesen. Am 27.
Juli meldete die Zeitung PANAMA AMÉRICA: "In den letzten Stunden
hat es intensive Verhandlungen gegeben, bei denen Botschafter- und Regierungsposten
und sogar Bargeld für eine parlamentarische Unterstützung geboten
wurden."
Es sah zunächst so aus, als ob die neue Präsidentin mit einer
Opposition regieren müsste, die im Parlament die Mehrheit hat. Es
war ihr jedoch möglich, einige kleinere Parteien wie die Partido
Solidaridad, die vorher mit der Regierungspartei zusammengearbeitet hatten,
auf ihre Seite zu ziehen.
Inwieweit sich die neue Präsidentin darum bemühen wird, die
extrem große Kluft zwischen den Reichen und den Armen in Panama
zu überbrücken, bleibt abzuwarten. Das Wirtschafts- und Finanzministerium
der alten Regierung Balladares stellte 1997 selbst fest:
"Der größte Teil der Armen (77%) und extrem Armen (91%)
lebt in den ländlichen und indigenen Gebieten des Landes.
Bei den 20% der wohlhabenden Bevölkerung Panamas ist der Konsum 15
mal höher als bei den 20% der ärmsten Bevölkerung.
85% der Häuser der armen Bevölkerung verfügen über
keine Abwasserentsorgung. Auf dem Lande ist dieser Prozentsatz noch deutlich
höher.
55% der Häuser der Armen und 77% der Häuser der sehr Armen haben
keinen elektrischen Anschluss. 92% der Häuser in den indigenen Gebieten
verfügen über keine Elektrizität. In der Dunkelheit sind
sie auf Kerosinlampen angewiesen.
Die (sehr) arme Bevölkerung kann bei Unfällen und Krankheiten,
die medizinisch behandelt werden müssen, den medizinischen Dienst
wegen der großen Entfer- nungen, der Transportprobleme und der Transportkosten
nicht in Anspruch nehmen. Fast die Gesamtheit der armen Erwachsenen (Frauen!)
haben keinen festen Arbeitsplatz.
55.2% der Familien auf dem Lande besitzen kein eigenes Land. 60.4% der
Familien mit eigenem Land haben keinen eingetragenen Rechtsanspruch auf
ihr Land."
Die neue Präsidentin ist zweifellos bemüht, der Bevökerung
klar zu machen, dass sie sich der alltäglichen Sorgen und Nöte
der armen Menschen in ihrem Land annehmen will. Man mag das populistisch
nennen, aber es ist schon beeindruckend, dass sie, die aus der Oberschicht
stammt, unmittelbar nach ihrer Vereidigung in die total heruntergekommene
Stadt Colon gefahren ist, in einen Müllarbeiteranzug schlüpfte
und einige Stunden mithalf, meterhohe Müllberge von den Straßen
wegzuräumen.
Der General Omar Torrijos war ein Dikator (1969-1981). Dennoch
war er sehr populär, da er ein soziales Engagement zeigte und mit
dem amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter die Rückgabe der
Kanalzone zum Ende dieses Jahres aushandelte.
Erst heute wird öffentlich über die Schattenseiten dieser Diktatur
gesprochen und geschrieben. In den Monaten September und Oktober konnte
man fast täglich Artikel lesen über Menschen, die seinerzeit
unter ungeklärten Umständen verschwanden. Die Öffentlichkeit
hat keinen Zweifel daran, dass diese Menschen, Gegner der Diktatur und
der andauernden Herrschaft der Oligarchie, von den seinerzeitigen Militärs
umgebracht wurde.
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Typisches Haus im Randgebiet der Hauptstadt Panama
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Das
in Panama bekannteste Opfer war Hector Gallego, ein Jesuitenpater
aus Kolumbien, der in Santa Fé in der Provinz Veraguas arbeitete
und immer wieder öffentlich die Ausbeutung der campesinos durch
die Großgrundbesitzer anprangerte. Er lebte allein in einer
armseligen Hütte, wurde am 9. Juni 1971 unter bis heute ungeklärten
Umständen entführt und dann nicht mehr gesehen.
Vor einigen Jahren gab es zwar in dieser Sache einen Prozess, bei
dem einige Militärs, die bis heute ihre Unschuld beteuern, zu
Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die |
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vermuteten
Hintermänner des Mordes an H. Gallego hat man bis heute nicht
gefasst, beziehungsweise man wollte diese Personen nicht vor Gericht
stellen.
Der Priester Alejandro Vásquez Pinto erklärt, dass Gallego
Ende 1970 für kurze Zeit festgenommen, aber dann wieder auf Befehl
von Torrijos freigelassen worden sei, weil er ein politisches Chaos
mit negativen Folgen für seine Revolu-tionsregierung befürchtete.
Der Zeuge berichtet, dass der Großgrundbesitzer Alvaro Vernaza,
ein Mitglied der Familie von Torrijos, einmal eine Rinderherde quer
über den Marktplatz in Santa Fé getrieben habe, als P.
Gallego dort unter freiem Himmel einen Gottes-dienst abhielt. Da man
den Priester damit nicht einschüch-tern konnte, habe man anschließend
versucht, ihn mit einem Auto anzufahren. Vernaza habe H. Gallego und
noch einen anderen Priester geschlagen. - Gallego gelang es trotz
aller Widerstände, in Santa Fé eine Bauerngenossenschaft
zu gründen, um die Ausbeutung der campesinos durch die Großgrundbesitzer
zu beenden. Diese besaßen nämlich die Läden, in denen
die Bauern einkaufen mussten. Bezahlt haben sie mit ihrer Arbeit für
den
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Großgrundbesitzer.
Einige Tage vor seinem Verschwinden, heißt es, sei P. Gallego in
der Hauptstadt gewesen, wo er wahrscheinlich mit Militärs zusammengekommen
sei. Nach seiner Rückkehr nach Santa Fé soll er gesagt haben:
"Wenn ich eines Tages verschwunden bin, sucht mich nicht. Kämpft
weiter".
Man fragt sich, wie es möglich ist, dass noch nach fast 30 Jahren
das Schicksal von Hector Gallego das panameische Volk so sehr bewegt.
Dazu muss man wissen, dass jedes Jahr am Tag seines Verschwindens aus
ganz Veraguas Prozessionen von campesino-Familien sich auf den Weg nach
Santa Fé begeben, um den zu ehren, der für sie zum Märtyrer
wurde.
In der Presse wurde nach den Verschwundenen gefragt, nach den Hintermännern
der Entfüh- rungen. Es wurden Zeugenaussagen zitiert und es wurde
viel spekuliert auf der Grundlage von winzigen Details. Das, wofür
H. Gallego gekämpft hat, nämlich für mehr Gerechtigkeit,
gegen Ausbeutung und Ausgrenzung, findet in den Medien kaum einen Niederschlag.
Jetzt wurden verschiedene bisher unbekannte Gräber auf einem ehemaligen
Militärgelände der "Berglöwen von Tocumen" gefunden,
und erst heute wagen Zeugen, unter ihnen ehemalige Militärs, auszusagen,
ohne die große Angst vor Repressalien zu haben, die sie noch unter
der letzten Regierung schweigen ließ. Und auch jetzt gibt es wieder
Drohungen, die Menschen davon abhalten sollen, die Hintergründe des
Mordes aufzuklären.
Im September wurden DNA-Analysen der vermuteten Leiche von H. Gallego
in Auftrag gegeben, wobei die amerikanische Firma FAIRFAX ihre Hilfe anbot.
Das Laborergebnis lag Ende Oktober vor: Der Tote war nicht H. Gallego.
Die Spekulationen gingen anschließend unvermindert weiter: Wer war
der Tote? Warum hat man die Analyse nicht in Panama durchführen lassen?
Was ist mit den anderen rund 100 Personen, die während der Militärdiktatur
umgebracht wurden?
Von Ruben Blades, dem weltweit bekannten Liedermacher aus Panama, stammt
folgender Liedtext, den er im Hinblick auf die Diktaturen in Südamerika
in den 60er und 70er Jahren verfasst hat:
Kann mir irgendjemand
sagen, ob er meinen Mann gesehen hat, fragte die Frau. Er heißt
Ernesto X, ist 40 Jahre alt, arbeitete als Wächter bei einer Autofirma,
er trug ein helles Hemd und eine dunkle Hose. Er ging gestern Abend aus,
und ist nicht zurückgekehrt ... Ich suche schon drei Tage meine Schwester
... Kann mir jemand sagen, ob er meinen Sohn gesehen hat?... Wo sind die
Verschwundenen geblieben? Suche im Wasser und im Gebüsch. Und warum
sind sie verschwunden? Weil wir nicht alle gleich sind. Und wann kehrt
der Verschwundene zurück? Jedes Mal, wenn ich an ihn denke. Und wie
spricht man mit dem Verschwundenen? Mit der Erschütterung, die mein
Herz zuschnürt.
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Schwester
María Mercedes Pérez tödlich verunglückt
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Schwester María
Mercedes Pérez
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Aus
redaktionstechnischen Gründen können wir erst heute über
den Tod von Schwester María Perez berichten. Wir haben sie
vor 15 Jahren kennengelernt, als sie noch in El Bale arbeitete, wo
wir die Herstellung von natürlicher Medizin unterstützt
haben.
Von El Bale ging sie in das Dschungelgebiet im Darién zu den
embará, wo wir sie vor acht Jahren unverhofft wiedergetroffen
haben. Wir haben dann dort das Haus NECAWADI für die Mäd-
chen und Jungen der Region finanziert. Auf unserer Reise nach Pa-
nama im Frühjahr dieses Jahres besuchte sie uns im Hotel in Panama-City.
Am 28. Mai fuhr sie, zusammen mit mehreren Mitar- beitern, in einem
Einbaum zu einem Ort an der Pazifikküste. Bei der Einfahrt in
die gefährliche Mündung der Flusses Jaqué in den
Pazifik wurde das Boot von einer riesigen Welle erfasst, der Motor
sprang nicht wieder an, und sie ertrank in den Fluten zusammen mit
einem sie begleitenden Polizisten. |
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Kurzinformationen:
- Erzbischof José
Dimas Cedeño aus Panama hat uns am 27. August ein e-mail geschickt,
in dem er sich für die Informationen über unsere Aktivitäten
bedankt, alle Freunde des Panama-Kreises sowie seine persönlichen
Bekannten grüßt und uns für unsere Arbeit viel Erfolg
wünscht.
- Es macht Freude,
vor allem weil es nur selten vorkommt. Diesmal hat ein Mitglied unseres
Vereins mit seinen ehemaligen Kollegen seinen Abschied aus dem Berufsleben
sowie seinen Geburtstag gefeiert und dazu noch seine Sportsfreunde eingeladen.
Er wollte keine Geschenke und bat seine Gäste, für die Renovierung
der Küche im Schülerheim Cañazas-Herdecke zu sammeln.
915.-DM konnte er so auf unser Konto überweisen.
- Das Ehepaar Weiland
verkauft in St. Peter/Hohensyburg einmal im Monat Dritte-Welt-Waren
zum "fairen Preis". Im September gab es für die Interessenten
eine besondere Überraschung. Von Kaffeebohnen, die ich vor 7 Jahren
aus Panama mitgebracht hatte, hat die Familie Weiland einen Setzling
gepflegt, der inzwischen die Zimmerdecke erreicht, geblüht und
reife Kaffebohnen entwickelt hat. Von diesen Bohnen hat die Familie
neue Setzlinge gezogen, die den am "fairen Kaffee" interessierten
Besuchern in St. Peter in Syburg geschenkt wurden.
- Die mola-Ausstellungen
in Herdecke (Stadtsparkasse) und Wetter (Bürgerhaus) in den Monaten
Juli und August haben zahlreiche kunstinteressierte Besucher gesehen.
Aus Mainz waren sogar Hans-Dieter Klenk, Honorarkonsul von Panama, und
seine Gattin aus Mainz, angereist. Ebenso zwei Vertreterinnen der neu
gegründeten Panama-Initiativgruupe aus Emsdetten.Wir haben uns
gefreut, dass wir über diese Ausstellungen auf Lebensbereiche in
Panama aufmerksam machen konnten, die über unsere Projektarbeit
hinausgehen.
- Der Stadtsparkasse
Herdecke und der Stadtverwaltung Wetter möchten wir an dieser Stelle
noch einmal sehr herzlich für ihre großzügige Hilfe
danken, ohne die die Veranstaltungen nicht hätten durchgeführt
werden können. Wir möchten hier auch grundsätzlich den
Stadtverwaltungen von Herdecke und Wetter für die vielfältige
Hilfe danken, mit der sie unsere Arbeit im vergangenen Jahr unterstützt
haben.
- Im Oktober erreichte
uns die Nachricht, dass das Kindermissionswerk in Aachen (Sternsinger)
beschlossen hat, einen Generator für das Schülerheim Hna.
Daniela Lusk in Lola zu finanzieren. Von den 25.000.-DM übernehmen
wir den eigentlich notwendigen Eigenanteil von rd. 25% (6000.-DM), da
der Leiter des Heims, Dionisio Silleros, dieses Geld nicht aufbringen
kann. Über den Erlös von zwei Bazaren in der FHS und der H.-Heine-Realschule
in Hagen haben wir das Heim auch in die Lage versetzt, einige Musikinstrumente
zu kaufen.
- "Brot für
die Welt, aber die Wurst bleibt hier" (Überschrift eines Artikels
in der F.R. v. 11.09.1996)
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Unser
aktuelles Projekt:
Bau
einer Bäckerei in Buenos Aires
Nur
mit einem Geländewagen kommt man in 2 ½ Stunden auf
einem Feldweg von Santiago nach Buenos Aires in der Kordillere von
Veraguas. Von hier aus kann man nur noch zu Fuß oder mit dem
Maultier weiterkommen zu den 38 kleinen Siedlungen in den Bergen.
Das zentrale Dorf hat 50 Hütten und zählt rd. 500 Menschen.
Das Dorf möchte eine Bäckerei bauen mit einem Gasofen.
Kostenpunkt: 10.700.-DM
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Konten
des "Dritte-Welt-Kreises Panama e.V."
Stadtsparkasse Herdecke: Kto.-Nr.: 215 5455 (BLZ: 450 514 85)
Sparkasse Wetter: Kto.-Nr.: 627 9673 (BLZ: 452 514 80)
"DWK
PANAMA E.V." im Internet: www.panama-kreis.de
v.i.S.i.P.Paul
K. Heer
Weg zum Poethen 51, 58313 Herdecke
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