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Panama
Info
Nr. 75 Oktober 2002 |
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| Das Gespenst des Hungers geht um unter den Guaymíes | ||
Die
indigenen Guaymíes oder ngobe, wie sie sich selbst nennen, gehören
zu den sehr armen Bevöl-kerungsgruppen in Veraguas, für die
wir in der Vergangenheit verschiedene Projekte finanziert haben. Der nachfolgende
Bericht erschien in "LA PRENSA" vom 15. Juli
2002:"Eine Gruppe geschwächter Kinder mit aufgeblähten Bäuchen, ein Symptom ihrer Unterernährung, steht um eine Schale mit heißer Reismilch geschart, während ihre Mutter, zu schwach, um zu stehen, die zähe, weiße Flüssigkeit löffel-weise verteilt. Die Familie Tubris vom Volk der panameischen Guaymíes hat in diesem Jahr wegen des Preis-verfalls auf dem Weltmarkt ihre Kaffeeernte nicht verkaufen kön-nen und jetzt ist sie zu arm, um sich genügend Lebensmittel und Samen zu kaufen, um als Selbst-versorger zu überleben. Die Familie Tubris gehört zu der stetig wachsenden Zahl von indigenen Guaymíes, die durch den Kaffeepreissturz verarmt, langsam an Hunger sterben. "Meine Frau Eneda kann aus Schwäche nicht sprechen", sagt Juan Tubris, ein Bauer von 48 Jahren aus der Siedlung Cerro Sombrero in den weit abgelegenen Bergen im Westen Panamas. "Es gibt Tage, an denen wir nichts zu essen haben". Die Guaymíes in Panama sind unschuldige Opfer des Kaffeepreisverfalls, der vor drei Jahren begonnen hat. Er wird vor allem auf einen Anstieg der Exporte aus Vietnam und Laos zurück-geführt. Hier hatte sich die Weltbank entsprechend engagiert, um die Exporte in Asien zu erhöhen. Vietnam überschwemmte im letzten Jahr den Weltmarkt mit einer Rekordernte. Die exportfähige Menge wurde auf 12.5 Millionen Sack geschätzt, doppelt so viel wie noch vor drei Jahren. Die Exportzunahme führte zu einem Überangebot auf dem Markt, das den Preis in New York für einen Sack Kaffee von 46 Kilogramm auf 55 Dollar fallen ließ. Damit war der Preis noch etwas höher als im Oktober, wo er mit 42 Dollar am tiefsten in 30 Jahren fiel. In der ganzen Provinz Chiriquí, wo der meiste Kaffee in Panama produziert wird, sind 110.000 Guaymíes von dem Preisverfall betroffen, auch Personen, die keinen Kaffee anbauen (Anm.: aber von den Einkünften der Kaffeebauern leben). Vor etwa 10 Jahren bahnte sich im Hochland der Guaymíes eine vielversprechende Entwicklung an, als die indigene Volksgruppe, verfolgt und ausgegrenzt seit der spanischen Eroberung vor 500 Jahren, endlich ihr Schicksal in die eigenen Hände nahm. Nach 30 Jahren Auseinandersetzung um ihre Selbstbestimmung erhielten die Guaymís nach und nach die Kontrolle über 6.000 Quadratkilometer, die in besonderer Weise über Böden verfügen, um mit den besten Kaffee in Zentralamerika zu produzieren.
Auf einer Höhe von 1.600 Metern über dem Meer, in einem kühlen
tropischen Klima, auf einem nähr-stoffreichen vulkanischen Boden,
begannen die Guaymíes, Kaffee der Sorte Arabica anzubauen, der
nur im Hochland wächst. Der Kaffe ließ sich zunächst über die großen Kaf-feehandelshäuser in Panama gut vermarkten. Es gab Pläne, die Kaffeemarke "Guaymí" zu etablieren und den Kaffee direkt an die Röstereien zu verkaufen. Die von den Guaymíes selbstverwaltete Region (Comarca) blühte auf, und die Einnahmen aus dem Kaffeeanbau kamen den Dörfern zugute. Aber seit einigen Jahren sind hunderte von Siedlungen zu Ge-spensterdörfern geworden." Der Abgabepreis der Erzeuger macht nach neuesten Angaben gerade noch sieben Prozent des Endver-kaufspreises aus. Jeder kann mit dem Kauf von "Transfair"-Kaffee dazu beitragen, dass Kaffeebauer einen gerechten Preis für ihr Produkt erhalten und nicht von dem Kaffeepreis auf dem Weltmarkt abhängig sind. Rechnen Sie einmal für sich aus, wieviel mehr Sie eine Tasse Kaffee aus dem fairen Handel kostet. Achten Sie auf das TRANSFAIR-Siegel auf der Kaffeetüte. Sie können diesen Kaffee bei uns erhalten, aber auch von uns erfahren, wo Sie ihn kaufen können. | ||
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RUGMARK ist ein großer
Erfolg. Im Jahr 2000 wurden Teppiche mit dem RUGMARK-Siegel im Wert von
rund 50 Mio Dollar nach Europa importiert, das entspricht 2% mehr als
im Vorjahr. Das Siegel wird nur an Knüpfstühle vergeben, die
von RUGMARK-Inspektoren auf illegale Kinderarbeit untersucht wurden. Um
den Teufelskreis zwischen Armut und Kinderarbeit zu durchbrechen, bietet
RUGMARK ehemaligen Teppichkindern und deren Familien breitge-fächerte
Sozial- und Bildungsprogramme in Form von Schulen, Rehabilitationszentren,
Berufs- und Erwachsenenbildungsprogramme an.
Kaufen Sie nur Teppiche mit dem RUGMARK-Zeichen! | ||
| Neue Herberge in Guabal | ||
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Die erbärmliche Hütte aus Stöcken und
Palmstroh, die den campesino-Familien auf ihrem oft mehrtägigen Weg
von ihrer Siedlung bis nach Santa Fé als Herberge für die
Nacht diente, gehört der Vergangenheit an. Seit Anfang des Jahres
steht den Reisenden dieses solide, trockene Holz-haus zur Verfügung,
das von uns finanziert wurde (Projekt der kath. Kirchengemeinde St. Philip-pus
und Jakobus in Herdecke).
Tag für Tag wird es von Frauen, Männern und Kindern aufgesucht, unter ihnen schwangere Frauen, Verletzte und Kranke, die manchmal von vier Personen abwechselnd zwei Tage lang von Dörfern wie San Pedrito und Río Grande in einer Hängematte bis hierher getragen werden und in Santa Fé auf die Hilfe eines Arztes hoffen. Bis dahin sind es noch einmal drei Stunden Fußweg. Die Trockenzeit dauert in dieser Region nur etwa zwei Wochen. In der übrigen Zeit regnet es regelmäßig. Es ist kalt in den Bergen. Der Weg nach Guabal ist schlammig. Zehn Personen haben in der neuen Herberge Platz. Hier können die Reisenden ausruhen, sich waschen und sich an einer Feuerstelle Mahlzeiten zubereiten. Señor Daniel, der neben der Herberge wohnt, kümmert sich um die erschöpften Reisenden, die 50 Cent für eine Übernachtung bezahlen. Mit diesen geringen Einnahmen sorgt er für einen guten Zustand der Herberge. | ||
![]() Neue Herberge in Guabal | ||
| Bewässerungsprojekt in Arenal/Piedra Candela | ||
![]() Bewässerte Felder von Arenal/Piedra Candela | ||
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Mit den Einnahmen des letztjährigen Panama-Laufs
und einer Zuwendung des Landes NW in Höhe von 18.000.-DM konnte im
Frühjahr die Bewässerungsanlage in Betrieb genommen werden.
Damit ist jetzt eine zusätzliche Bestellung der Felder in der Trockenzeit
möglich.
Da die meisten Kleinbauern in Veraguas keinen eingetragenen Besitztitel auf ihr Land haben, haben wir unseren Partner Cepas gedrängt, für die Felder unseres Projekts bei der Reforma Agraria einen Besitztitel zu beantragen, was inzwischen geschehen ist. | ||
![]() Stausee der Bewässerungsanlage | ||
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Informationen
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Konten
des "Dritte-Welt-Kreises Panama e.V." v.i.S.i.P.:
Paul K. Heer "DWK Panama e.V." im Internet: www.panama-kreis.de Auflage des gedruckten Panama Infos Nr. 75: 5200 |
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