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| Panama Info Nr. 87 November 2006 | ||
![]() Kinder in ihrem Haus in Buenos Aires | ||
Wo sind die deutschen Schriftsteller, die sich mit der Kraft ihres Wortes in die Politik einmischen, die bei gegebenem Anlass auf Fehlentwicklungen in der Innen- und Außenpolitik aufmerksam machen und mehr Solidarität mit den Menschen in den Entwicklungsländern einfordern? Bei der Auseinandersetzung um die Reform der deutschen Rechtschreibung haben sie sich vehement zu Wort gemeldet. In anderen wahrlich wichtigeren Fragen bleibt ihr Protest aus. Eduardo Galeano, ein weltweit bekannter Schriftsteller und Journalist aus Uruguay, äußert sich regelmäßig zu politischen Themen, die vor allem Lateinamerika betreffen. Im August erschien von ihm ein Text „Rettungsringe aus Blei“. Hier einige Auszüge. | ||
| Rettungsringe aus Blei | ||
Im Befehlston wird unseren Ländern klar gemacht, dass sie an den freien Handel glauben müssen obwohl er nicht existiert), dass sie ihre Schulden bezahlen sollen (obwohl sie beleidigend sind), dass sie sich für ausländische Investitionen öffnen sollen (obwohl sie niederträchtig sind) und sie sich für die Welt öffnen müssen (und sei es durch die Hintertür).
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Tim Felten und Yanick Targonski von der Friedrich-Harkort-Schule in Herdecke waren während der Osterferienzeit drei Wochen zu einem Arbeitseinsatz in Buenos Aires (Veraguas), wo unser Verein eine ganze Reihe von Projekten finanziert hat. Um den beiden Schülern einen Eindruck von den Lebensbedingungen der indigenen buglé und der Landschaft in einer noch höher als Buenos Aires gelegenen Region zu verschaffen, lud Padre Niscasio sie zu einem Besuch seines Geburtsortes Aguas Calientes ein. Ich selbst habe mich nie dorthin gewagt, weil ich Angst vor den Strapazen des Weges hatte. Im Folgenden beschreiben Tim und Yanick ihr Reiseabenteuer. | ||
| Besuch in Aguas Calientes | ||
Vor unserer Abreise am frühen Morgen gibt es ein Frühstück, bestehend aus Reis und getrockneten, gesalzenen Bananen. Da wir beide keinen Bissen von den Bananen herunterbekommen, machen wir uns mit fast leerem Bauch auf den Weg nach Aguas Calientes, einem Bergdorf in der Nähe heißer Quellen. Begleitet werden wir von einem Schuljungen aus Aguas Calientes, der im Internat von Buenos Aires wohnt, von zwei Erwachsenen und zwei Maultieren, die als Pack- und Reittiere dienen.
In der Frühe herrscht noch nicht die typische drückende Hitze, aber das sollte sich rasch ändern. Die ersten drei Stunden bewältigen wir zu Fuß. Als unsere Kräfte unter der Hitze und dem ständigen Auf und Ab stark nachlassen, machen wir eine kurze Pause und genehmigen uns einen kräftigen Schluck Wasser aus unserem Drei-Liter-Vorrat, der für vier Personen ausreichen muss. Während unserer Rast stößt Padre Niscasio, der indigene Pfarrer von Buenos Aires, zu uns und begleitet uns auf seinem Maultier bis nach Aguas Calientes. Wir dürfen die letzten beiden Stunden unseres Weges ebenfalls auf dem Rücken der Maultiere zurücklegen, was jedoch unangenehmer und schmerzhafter ist als erwartet. Gegen Mittag kommen wir endlich, total erschöpft, in Aguas Calientes an. Wir bekommen zuerst einmal etwas zu trinken und zu essen (selbstverständlich Reis). Doch wir können es kaum erwarten, schwimmen zu gehen und das warme Wasser der Quellen zu genießen. Deshalb erkundigen wir uns, wie weit denn die Quellen beziehungsweise der Fluss sei, weil wir in unmittelbarer Nähe weder Fluss noch Quellen sehen. Freudig erklärt man uns, das sie "nur" 45 Minuten entfernt seien. | ||
![]() Die Zwei auf dem Maulesel | ||
Prima! Also geht es wieder los, diesmal mit einem anderen Führer aus dem Dorf. Eine knappe Stunde später erreichen wir endlich unser lang ersehntes Ziel - die heißen Quellen. Um ganz ehrlich zu sein, wir haben etwas mehr erwartet. Zu sehen ist nur ein kleines Loch in einem Felsen, aus dem durch ein Plastikrohr ein kleiner Strahl heißes Wasser fließt. Das Wasser ist irrsinnig heiß und fließt den Hang hinab in den Río Cobre, an dem auch Buenos Aires liegt. Dort wo das heiße Wasser in den Fluss mündet, verbringen wir den Rest des Tages mit Schwimmen und Schlafen. | ||
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Die Zeit am Tag vergeht nur sehr langsam, weil es nichts gibt, das man tun kann, außer lesen, schwimmen und schlafen. In der Küche sowie bei der Planung des Baus eines kleinen Hauses können wir nicht behilflich sein. | ||
| Kurzinformationen | ||
Café de Panama gibt es jetzt auch im REWE-CENTER in Kirchende zu kaufen. | ||
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Die im letzten Info erwähnte DVD mit Kurzvideos von den beiden Bewässerungsprojekten in Arenal/Piedera Candela und El Cobre sowie von verschiedenen Projekten in Buenos Aires haben wir inzwischen erhalten. Ein erläuternder Text in deutscher Sprache wurde im Oktober von von Isabel Aust und Jaime Rodriguez in Berlin erstellt. Wer die DVD entleihen oder bestellen möchte, bitte ich, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Unsere laufenden Projekte in Panama gehen zügig voran. Die Nähstube im Internat Harkort ist bereits in Betrieb. Die Herberge in Buenos Aires und die Werkstatt für die Herstellung der Solarlampen und Solarkocher in Santiago werden Ende des Jahres fertig sein, so dass wir in Kürze die Werkstatteinrichtung sowie die Komponenten von 100 Solarlampen nach Panama schicken können.Die Kaffeepflanzung in El Salto entwickelt sich gut. Im Sommer wurden die noch empfindlichen Pflanzen von einer Laus befallen, die die Wurzeln der Pflanzen angreift. Der Schädling wurde mit einer Spritzung (Speiseöl) bekämpft. Da der Kaffee eines Tages als Bio-Produkt verkauft werden soll (bessere Preise), kamen keine chemischen Isektizide zum Einsatz. Unser Mitarbeiter und Freund Dr. Jaime Espinoza , der in Deutschland promoviert hat, wurde von der panameischen Regierung am 21. September für seine Verdienste auf dem agrarwissen schaftlichen Sektor als Forscher des Jahres 2006 ausgezeichnet. Wir gratulieren ihm sehr herzlich. | ||
Konten des "Dritte-Welt-Kreises Panama e.V." V.i.S.d.P.: Paul K. Heer "DWK Panama e.V." im Internet: www.panama-kreis.de Auflage des gedruckten Panama Infos Nr. 87: 5.500 | ||