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| Panama Info Nr. 92 Juni 2008 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Das in Zusammenarbeit mit InWEnt (Land NW) durchgeführte Bienenzuchtprojekt wurde Ende Februar erfolgreich abgeschlossen, etwas später als geplant, da die Bergdörfer La Bartola, El Llanón und La Bodeguita am Ende Regenzeit mit dem Jeep nicht zu erreichen waren. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einnahmen und Ausgaben 2007 in EURO | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kosten in Höhe von 2.850,00 € wurden vom Vorstand des Vereins getragen.
Die Gesamteinnahmen des DWK Panama bis Ende 2007: 913.110,00 € Ein wesentlicher Teil der Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit wurde von Sponsoren übernommen. Für 3.045,00 € wurden von uns Waren aus dem „fairen Handel“ verkauft. Am 13. März fand die diesjährige Hauptversammlung unseres Vereins statt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Neu in den Vorstand wurde M. Stoffers gewählt. Der Stadtverwaltung Wetter sind wir sehr dankbar für ihre großzügige technische Hilfe im vergangenen Jahr. Frau Lehmann, Herrn Dickehage, Herrn Mertmann (auch Verwaltung der Waren aus dem „fairen Handel“) und Herrn Hoffmann gebührt besonderer Dank für die Unterstützung unsererÖffentlichkeitsarbeit. Herrn Winkler sind wir für seine Tätigkeit als Kassierer zu besonderem Dank verpflichtet. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Öl aus Getreide | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
20 Millionen Hektar Wald werden weltweit jedes Jahr vernichtet. Das ist die halbe Fläche von Deutschland. Ein großer Teil dieser Fläche wird zum Anbau von Mais, Reis, Weizen, Soja, Zuckerrohrund für die Anlage von riesigen Ölpalm-Plantagen genutzt.
Intakte Öko-Systeme werden zerstört, um Pflanzen anzubauen, die zur Herstellung von Bio-Spritgeeignet sind. Die stetig steigenden Erdölpreise haben diese Entwicklung in Gang gesetzt und ein Ende ist nicht abzusehen. Vor allem in Deutschland waren die meisten Politiker zunächst von der Idee
So hat in letzter Zeit ein Umdenkungsprozess stattgefunden. Fachleute weisen auf die Gefahr einer auf Monokulturen ausgelegten extensiven Landwirtschaft hin – in Deutschland wird bereits auf 1.5 Mio Hektar Raps angebaut – die den Artenreichtum an Pflanzen bedroht, auch durch den hohen Einsatz an Spritzmitteln. Wenn in Deutschland immer noch Moore für neue Ackerflächen trockengelegt werden und in tropischen Ländern Urwälder für den Anbau von Ölpalmen zerstört werden, d.h. intakte Ökosysteme, ist dies auch in hohem Maße klimaschädlich. Beim Anbau von Energiepflanzen ist auch zu bedenken, dass fast überall in der Welt die Wasserresourcen zurückgehen. Der Kampf um lebensnotwendiges sauberes Wasser wird sich enorm verstärken, wenn man bedenkt, dass zur Herstellung eines einzigen Liters Bio-Ethanol bis zu 4,500 Liter Wasser benötigt werden. Brasilien deckt mit dem aus Zuckerrohr hergesellten Ethanol 44 % des gesamten Kraftstoffbedarfs ab. In den nächsten Jahren sollen 70 Fabriken zur Herstellung von Ethanol gebaut werden, den man zu einem Exportschlager machen möchte. Die in den Plantagen eingesetzten Pestizide bedrohen jedoch in hohem Maße, Flüsse, Seen und Grundwasser. „Heizen mit Weizen“ ist ein perverser Slogan und macht deutlich, was wir inzwischen zu akzeptieren bereit sind. Vor 30 Jahren konnte man lesen, dass Weizen blau gefärbt werden musste, bevor er an Tiere verfüttert werden konnte. Das Agro-Business von heute braucht solche Rücksichtnahme auf Gefühle von Menschen nicht zu nehmen. Wir sind abgehärtet. 800 Mio Menschen haben nicht genug zu essen und gleichzeitig werden auf riesigen Landflächen Mais, Reis, Soja, Zuckerrohr angebaut, nicht um den Hunger von Menschen zu stillen, sondern um Agrosprit zu erzeugen, um damit Kraftwerke zu versorgen und Fahrzeuge zu betanken. Kein Wunder, dass die Preise für Getreide im letzten Jahr empor geschnellt sind, die sich arme Menschen weltweit nicht mehr leisten können. "Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn Nahringsmittel verbrannt werden, um Biotreibstoff zu gewinnen. Durch die Produktion von Bioethanol hat sich die Welternährungssituation komplett verändert. Die Tonne Getreide zum Beispiel kostete im Januar 2007 rund 152 Dollar, heute (März 2008) sind es 358 Dollar. Länder, die Nahrungsmittel importieren müssen, sind total im Würgegriff. Ich fordere daher ein fünfjähriges Moratorium für landwirtschaftlich erzeugte Biokraftstoffe. Die Wissenschaft macht schnell Fortschritte, in fünf Jahren, das ist meine Hoffnung, könnte in großem Stil aus landwirtschaftlichen Abfällen Biotreibstoff hergestellt werden.“ (Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung) |
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| Presseinformationen aus Panama (März) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Am 17. März begann das neue Schuljahr in Panama. Etliche staatliche Schulen in verschiedenen Provinzen blieben allerdings geschlossen. Schüler, Lehrer und Eltern veranstalteten Demonstrationen auf Straßen und sogar auf der Panamericana und forderten die Regierung zum Handeln auf, da die Räumlichkeiten der Schulen in keiner Weise den Erfordernissen entspreche (Zahl der Klassenräume, baulicher Zustand, Hygiene, Wasser u.a.). Die politisch Verantwortlichen reagieren, indem sie die Demonstranten zu Versammlungen einladen, indem sie versprechen, die verantwortlichen Regierungsstellen um eine Prüfung der Klagen zu bitten. Sie weisen darauf hin, dass sie auf eine Antwort der Regierung warten, dass die Missstände abgestellt worden seien und der Unterricht bald beginnen könne... Die nachfolgende Übersicht aus „La Prensa“ vom 26. März nennt die Schulen mit den entsprechenden Schülerzahlen, wo der Unterricht nicht ordnungsgemäß begonnen hat. Am 26. März besucht der Schulminister Belgis Castro drei Schulen in Colón, an denen seit drei Wochen gestreikt wird. 4.000 Schüler warten mit ihren Lehrern darauf, dass die sich in einem miserablen Zustand befindlichen Gebäude saniert werden. Die vorgesehenen Reparaturen wurden durch die beteiligten Firmen verzögert. Der Minister verspricht, die Baufirmen zu veranlassen, die Arbeiten vertragsgemäß abzuschließen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Am 25. März berichtet die Presse von einem nationalen Plan zur Bekämpfung der Unterernährung
bei Kindern für die Jahre 2008-2015. Der Plan wird von verschiedenen Institutionen der UNO
unterstützt. – Die Gesundheitsministerin Rosario Turner erklärt in einer Pressekonferenz, dass die
chronische Unterernährung bei Kindern in den Städten bei 4% liege, in den Regionen mit indigener
Bevölkerung allerdings bei 57%.
In einer Aktion zur Bekämpfung der Jugendbanden in Panama-City im Oktober letzten Jahres nahm die Polizei 75 Jugendliche fest. Sechs von ihnen befinden sich noch im Gewahrsam der Polizei, ohne dass die Angehörigen inzwischen über den rechtlichen Status der Jugendlichen informiert worden wären. Mehrere Mütter haben sich angekettet und protestieren vor dem Innenministerium. Am 29. März trifft sich Martín Torrijos, der Präsident Panamas, mit einer indigenen Abordnung, die 19 Tage lang im Park der Kathedrale campiert und ein Gespräch mit dem Präsidenten gefordert hat. Die Frauen und Männer protestieren dagegen, dass in ihrem Reservat Wasserkraftwerke errichtet werden, sowie Bergbauprojekte geplant sind und sich Privatleute Ferienhäuser bauen. Der Präsident verspricht, eine Kommission einzurichten, die sich mit den Vorwürfen der Vertreter der indigenen Bevölkerung auseinandersetzen soll ... . | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Der Panama-Kreis und die lokale Presse | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Eine Liebesbeziehung ist das sicher nicht. Mehr eine Beziehung, die sich auf zwei Ereignisse pro Jahr beschränkt, den Panama-Lauf und manchmal auch unsere Grußkarten-Aktion. Da wird von den Kindern und Jugendlichen berichtet, manchmal durch ein Bild ergänzt, die an den Aktionen teilnehmen. Was mit den Aktionen geplant ist, nämlich die Förderung bestimmter Hilfsprojekte in Panama, erfährt der Leser nur am Rande. Wir haben in den 30 Jahren unseres Bestehens die Presse regelmäßig und ausführlich in Text und Bild über unsere Projekte und andere Aspekte unserer Arbeit informiert. Das Interesse am Abdruck unserer Berichte ist immer gering gewesen. Wenn Minister und Botschafter uns Grußworte schicken, in denen sie sich lobend über unsere Arbeit äußern, ist das für die Presse nicht erwähnenswert, so als ob man davor zurückschreckte, die Anerkennung unseres Einsatzes für die Dritte Welt zu deutlich werden zu lassen. Wenn wir den Redaktionen vergeblich Bilder zur Verfügung stellen, handelt es sich nie um Fotos von der Wahl des Vorstandes, wie man sie häufig in der Presse findet, von einem Essen mit dem Außenminister beziehungsweise einem Treffen mit dem Präsidenten von Panama in Berlin, sondern von Projekten. Wir meinen, es müsste doch die Leser interessieren, wie die campesinos in Panama wohnen und arbeiten, wie eine alte/neue Schule, die Gondelbahn bei Buenos Aires, die Skizze einer Wasserleitung für ein Dorf beziehungsweise die Leitung selbst aussieht, wie eine mobile Reisschälmaschine arbeitet. Die Redaktionen sind wohl anderer Ansicht. Unser Mitglied Maren Krings durfte in der „Thüringischen Allgemeine“ innerhalb von vier Wochen in fünf Beiträgen über ihre Erfahrungen von einer Reise zu unseren Projekten berichten. Davon können wir nur träumen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kurzinformationen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Idee hatte die Panama-Frauengruppe in Havixbeck. Aus eigner Anschauung weiß sie, wie schlecht die medizinische Versorgung in vielen kleinen Dörfern in der Comarca ngobe/bugle ist. In den meisten Dörfern gibt es keinen erreichbaren Arzt. Auch keine Krankenschwester. Sie schlug daher vor, zusammen mit uns probeweise für ein Jahr eine Krankenschwester zu finanzieren. Am 1. März wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Eine junge Krankenschwester, Omary Jimenez, ist angebunden an die Gesundheitsstation in Buenos Aires und arbeitet dort eng mit den beiden Ärzten zusammen. Während der Woche macht sie sich zu Fuß auf den Weg in die weit verstreuten Dörfer, um die Bewohner zu beraten, erste Hilfe sowie Geburtshilfe zu leisten, Medikamente auszugeben und gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass ein Patient in die Gesundheitsstation gebracht wird (u.U. in einer Hängematte). Im April nahm sie an einer langen „Reise“ zu vielen Dörfern in der Comarca teil, um die indigene Bevölkerung zu impfen. - Die Panama-Gruppe in Havixbeck und unser Verein teilen sich die Finanzierung, die sich für ein Jahr auf insgesamt 5.600,- € beläuft.
Am 19./20 Juni findet der 17. Panama-Lauf statt. Im Rahmen eines Mikro-Kreditprogramms, das wir im letzten Info erläutert haben, sollen mit den Einnahmen 50 Nassreisfelder angelegt werden. Die Anlage eines Feldes kostet etwa 300.-€ (Erdarbeiten, Düngung, Pflanzung, Wasserrohre). Unter günstigen Bedingungen sind drei Ernten pro Jahr möglich. Ein Teil der Ernte ist für den eigenen Verbrauch bestimmt. Den anderen Teil verkauft der Bauer, um seinen Kredit abzuzahlen. Nach knapp vier Jahren ist der Kredit getilgt. Der Preis für Reis, das Grundnahrungsmittel der Bauern, hat sich im letzten Jahr verdoppelt. Im letzten Info haben wir von unserem Plan gesprochen, in drei Dörfern eine Trinkwasserleitung zu finanzieren. Inzwischen hat uns die Georg-Kraus-Stiftung in Hagen 4.000,- € für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Wir haben mit unseren Mitteln den Betrag soweit aufgestockt, dass mit den Arbeiten in zwei Dörfern bereits begonnen werden konnte, die die Wasserleitung besonders dringend benötigen.
Franziska von der Ecken und Svenja Sens aus Herdecke wollen nach ihrem Abitur im nächsten Monat für sechs beziehungsweise drei Monate nach Panama fliegen, um in Projekten des Panama-Kreises in Alto Tólica und Buenos Aires zu arbeiten. Hier stellen sie sich kurz vor: „Warum wir für mehrere Monate nach
Panama fliegen möchten? Interessierten Besuchern bietet unsere Webseite die Möglichkeit, sich ein Video über zwei unserer | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Konten des "Dritte-Welt-Kreises Panama e.V." V.i.S.d.P.: Paul K. Heer "DWK Panama e.V." im Internet: www.panama-kreis.de Auflage des gedruckten Panama Infos Nr. 92: 6.100 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||