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| Panama Info Nr. 93 Oktober 2008 | ||
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Am 19./20 Juni, mit einem Vorlauf der GS im Dorf in Kirchende am 17. Juni, fand der 17. Panama-Lauf statt, an dem in diesem Jahr 12 Schulen teilnahmen:
Aus Herdecke: Vinkenberg-GS, Bonnermann-GS, Grundschule im Dorf, Grundschule Kirchende, Schraberg-GS, Realschule, Albert-Schweitzer-Schule und das Friedrich-Harkort-Gymnasium Aus Wetter: GS Bergstraße, Kath. GS, Realschule und das Geschwister-Scholl-Gymasium | ||
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Die ebenfalls am Panama-Lauf teilnehmende Geschwister-Scholl-HS aus Hagen-Boele hatte sich zur
Vorbereitung der Aktion etwas Besonderes einfallen lassen. Sie führte drei Projekttage zum Thema„Panama“ durch. In einem Klassenraum (vgl. Bild auf Seite 1) hatte eine Lehrerin liebevoll eine
Ausstellung vorbereitet mit Projektbildern, Landkarten und Handarbeiten aus Panama. Hier hatten die
Schüler/innen in Anwesenheit des Vorsitzenden des Panama-Kreises die Möglichkeit, sich ein Videoüber Hilfsprojekte anzuschauen und Fragen zu stellen. Immer wenn wir von Außenstehenden auf die erfolgreiche Arbeit unseres Vereins angesprochen werden,
weisen wir auf die großartige Zusammenarbeit mit den Schulen hin, den Lehrkäften, den Schülerinnen
und Schülern sowie den Eltern. Sie ist wirklich einmalig. | ||
![]() Schulklasse in der neuen Schule in Alto Tólica | ||
| Unsere Freiwilligen in Panama „Egotrips ins Elend“? | ||
„Egotrips ins Elend“ – das ist der Titel eines langen Beitrags im Magazin der Süddeutschen Zeitung
vom 09. Mai. Die ersten Sätze unterstreichen noch einmal die im Titel aufgestellte Behauptung: | ||
![]() Unsere vier „Freiwilligen“ hinter dem Gedenkstein | ||
Er lässt die Politik-Professorin Claudia von Braunmühl zu Wort kommen. „Wie sollen 18-jährige
Weißnasen mit Rückflugticket in Entwicklungsländern auch helfen? An unqualifizierten Händen fehlt
es dort nirgends.“ Sie hält das neue „weltwärts“-Programm des Bundesregierung, das Tausenden von
Jugendlichen eine längerfristige Tätigkeit in Entwicklungsprojekten ermöglicht, für „grenzenlos
populistisch“. Selbst wenn die jungen Deutschen während ihres Aufenthaltes viel lernten – so sei
dieses Lernen einseitig. Ziel von Entwicklungspolitik sei jedoch die Umverteilung von Lebenschancen.„Warum laden wir nicht auch Jugendliche aus Entwicklungsländern zu uns ein?“. Sie gönne ja den
jungen Deutschen das organisierte Abenteuer. Aber in der jetzigen Form erinnere sie das Programm
eher an die Dschungel-Camp-Shows auf den Privatsendern.
Eine solche Polemik ist völlig unangemessen. Natürlich müssen die Entsendeorganisationen und die Bundesregierung darauf achten, dass die angebotenen Einsatzplätze so ausgerichtet sind, dass die Freiwilligen am Einsatzort einer regelmäßigen Arbeit nachgehen, in der ihr soziales Engagement gefordert ist, einer Arbeit, die Dorfbewohnern bessere Lebenschancen ermöglicht, einer Arbeit, die in Institutionen Kinder und Jugendliche fördert. Natürlich muss vermieden werden, dass die Freiwilligen in größeren Gruppen zusammenleben und so zu wenig Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung haben. In diesem Zusammenhang ist natürlich ein Freiwilligen-Aufenthalt von weniger als einem Jahr fragwürdig, da es geraume Zeit dauert, bis sich die deutschen Jugendlichen an ihre neue Umgebung gewöhnt haben und es muss sicher auch hinterfragt werden, ob es sinnvoll ist, Freiwillige in Länder zu schicken, deren Sprache sie nicht wenigstens teilweise gelernt haben. Bei der Aussendung einer Gruppe müsste sichergestellt sein, dass wenigstens ein Mitglied der Landesprache mächtig ist. Das weltwärts-Programm der Bundesregierung ist gerade erst gestartet und man kann davon ausgehen, dass die Verantwortlichen regelmäßig notwendige Korrekturen vornehmen. Aber die hinter dem Projekt stehende Idee ist gut. Junge Frauen und Männer, vor allem Zivildienstleistende, machen in vielen deutschen Institutionen eine gute Arbeit. Warum sollen sie dies nicht auch in einem Entwicklungsland tun, wenn ihnen die Möglichkeit dazu eröffnet wird? Sie lassen sich -nach einem auf ein weitgehend vom Elternhaus und Schule geprägtes, mehr oder weniger geordnetes Leben- auf eine Lebensphase mit prekären Verhältnissen ein, was Wohnen und Essen angeht. Sie haben ihre Freunde zurückgelassen und verzichten auf Computer, Fernsehen und Filmbesuche. Was sie in der Fremde erwartet, ist nicht gerade lustig. | ||
| „Freiwillige auf dem Weg nach Panama“ | ||
Sie gehört zu den Grußkarten, die in unserer Webseite stehen und die wir zum Kauf empfehlen. Mit dem Erlös fördern wir unsere Projekte in Panama. Unsere Freiwilligen Franzi, Simon und Moritz arbeiten in zwei sehr kleinen Dörfern. Sie schlafen unter einem Moskitonetz auf einer Isomatte, wenn sie sich, hundemüde von der körperlichen Arbeit in einem ein Hektar großen Schulgarten, bei Haustierprojekten, beim Haus- und Wasserleitungsbau schlafen legen. Wenn sie sich am Wochenende besuchen wollen, müssen sie einen halben Tag lang marschieren. Keinerlei Unterhaltungsangebot. Sie benutzen die Toiletten, die für einheimische Schüler/innen gebaut wurden. Sie essen keine Frösche wie Sascha in Kambodscha. Sie leben von Reis und Hülsenfrüchten wie die Einheimischen. Reis am Morgen, am Mittag und am Abend. Alle zwei Wochen kommt ein Mitarbeiter unseres Partners Cepas nach Alto Tólica und bringt ihnen Trinkwasser in Kanistern, sowie etwas Obst, Salat und Fleisch. Was ein solches Leben, eine derartige Reduzierung der gewohnten Lebensumstände mit einem romantischen „Abenteuer“ zu tun haben soll, bleibt das Geheimnis der Berliner Professorin. Jedenfalls scheuen die meisten Jugendlichen vor einem solchen Abenteuer zurück. Die Professorin weiß offensichtlich nicht, wovon sie redet. Mit ihrem Vergleich „Dschungel-Camp-Show“ liegt sie völlig daneben. Wo sind die Zuschauer, die sich über die unspektakuläre Arbeit der Jugendlichen amüsieren? Der Hinweis der Professorin auf die reichlich vorhandenen unqualifizierten Arbeitskräfte in Entwicklungsländern geht ins Leere. In den Dörfern Panamas kämpfen Frauen, Männer und häufig auch Kinder um ihr tägliches Überleben. Sie können es sich aus zeitlichen Gründen oft einfach nicht leisten, an Gemeinschaftsprojekten mitzuarbeiten. Hier springen unsere Freiwilligen ein. Sie arbeiten nicht für Geld wie theoretisch anzuheuernde Tagelöhner, deren Zusammenleben mit den Bewohnern eines kleinen Dorfes mehr Misstrauen hervorrufen kann als unsere auf ihren Aufenthalt in Panama gut vorbereiteten Freiwilligen, die als die ganz anderen wahrgenommen werden, die mitten in ihrem Dorf als Lernende auftreten und helfen wollen. Auf die Rückkehrer setzen das BMZ und die Entsendeorganisationen große Hoffnungen. Ihr längerer Aufenthalt in einem Entwicklungsland soll den Rückhalt der Entwicklungspolitik in der Bevölkerung stärken. Auf diesen Rückhalt ist sie angewiesen, wenn sie erfolgreich weitergeführt und ausgebaut werden soll. | ||
| Aus dem Tagebuch unserer Freiwilligen | ||
| Simon und Moritz führen ein Internet-Tagebuch. Wenn sie nach wochenlangem Aufenthalt in den Projekt-Dörfern wieder einmal in Santiago sind, setzen sie sich an den Computer und berichten von ihren letzten Erfahrungen, am 26. August von ihrem Leben in Buenos Aires. Unterkunft | ||
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Menschen Arbeit Essen | ||
| Schreiben an den Rat der Stadt Herdecke vom 27. März | ||
Förderung der Arbeit des Dritte-Welt-Kreises Panama e.V. Sehr geehrte Ratsmitglieder, Keines der angeschriebenen Ratsmitglieder hat auf den Brief geantwortet. Dem Vorsitzenden des Panama-Kreises wurde im Sommer vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen. Es wird ihm in diesen Tagen vom Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises überreicht. | ||
| Kurzinformationen | ||
An dieser Stelle danken wir allen herzlich, die unsere Arbeit unterstützen. | ||
Konten des "Dritte-Welt-Kreises Panama e.V." V.i.S.d.P.: Paul K. Heer "DWK Panama e.V." im Internet: www.panama-kreis.de Auflage des gedruckten Panama Infos Nr. 93: 6.300 | ||